Freitag, 14. Oktober 2016

Farben sind für alle da!

   Als ich meinen großen Bruder vor ein paar Jahren verwundert ansprach, als er mit einem rosafarbenen Hemd zu einer Familienfeier erschien, sagte er nur: "Der moderne Mann trägt Pink!" Das fand ich damals sehr befremdlich. Irgendwie herrschen in meinem Kopf - wenn auch eigentlich eher  ungewollt - doch recht strenge Rollenbilder von Mann und Frau...

   Als ich mit meiner großen Schnullerbacke schwanger war und erfuhr, dass es ein Junge wird, war mein Shoppingauge sofort auf Blau geeicht. Bei Leihgaben sortierte ich alles, was rosa war sofort aus - selbst Spucktücher! Da kaufte ich lieber neue. In BLAU. Als ich kurz darauf wieder schwanger wurde und erfuhr, dass es ein Mädchen wird, dachte ich: Jetzt wird´s rosa! Dann fiel mir auf, dass mir Rosa persönlich gar nicht so zusagt - und Pink noch viel weniger! Beim Klamottenkauf orientierte ich mich dann eher an den hellen Rosatönen oder griff lieber gleich zu Rot. Bei Leihgaben sortierte ich das all zu knallige Rosa und Pink aus. Aber die blauen Sachen der großen Schnullerbacke sollte die Kleine dann auch nicht tragen... Als die kleine Schnullerbacke geboren war, konnte man immer sehr genau sehen, wer sie gekleidet hatte: War sie in Rosa oder Pink gekleidet war mein Mann am Werk, der es einfach zu putzig fand, sie wie eine kleine Prinzessin anzuziehen. War ich morgens dran, überwogen die sogenannten neutralen Farben. Mittlerweile hat sich das auch etwas geändert: ich greife auch immer öfter zu knalligen Rosatönen ;-)

   Da meine kleine Schnullerbacke von Geburt an mit genauso wenig Haaren gesegnet war, wie es meine große Schnullerbacke (und auch ich selbst als Baby und Kleinkind) war, finde ich es auch einfach sehr praktisch, die Geschlechter meiner Kinder über die Farben auszudrücken. Dennoch wurde ich nicht selten gefragt, wer von beiden denn das Mädchen sei... Im Ernst?!


   Und nun hat meine große Schnullerbacke auch noch seinen eigenen Geschmack. Zukünftig läuft er wahrscheinlich nur noch in Lila rum - das ist nämlich seine Lieblingsfarbe! Knapp gefolgt von Rosa. Das führte schon dazu, dass er sich beim Kauf eines Turnbeutels für ein rosa-pinkes Exemplar entschied. Nachdem ich eine halbe Stunde versucht habe ihm andere Beutel (mit etwas weniger rosa) schmackhaft zu machen, gab ich auf und schmiss mein gendergerechtes Farbmodell über Bord. Der größte Bob-der-Baumeister-Fan der Welt läuft also seit einem Monat mit einem rosa Turnbeutel zum Kindergarten :-)

   Meine Schwester meinte dazu nur: Früher war rosa die Farbe für Jungen. Echt? Tatsächlich: "Schließlich war Pink nicht immer so stark mit Mädchen verknüpft: Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Rosa eine Farbe für Jungen und Blau für Mädchen. Rosa wurde als eine entschlossenere und stärkere Farbe betrachtet, während Blau für Anmut und Zartheit stand. Dies änderte sich erst in den 1920er Jahren, als Blau die Farbe der Arbeits- und Männerwelt wurde." (https://www.plan.de/kampagnen-und-aktionen/because-i-am-a-girl-fuer-die-rechte-von-maedchen/aktuelles/detail/artikel/pink-ist-fuer-alle-da.html) Das ist wirklich erstaunlich!

Farben sind eben für alle da :-) Und in diesem Sinn: Ein farbenfrohes Herbstwochenende!

Freitag, 19. August 2016

Zombie-Mutter

  So, da bin ich mal wieder! Wieder auferstanden. Doch eher auf eine zombieartige Art und Weise... Ich wandle durch den Tag, funktioniere irgendwie und bin IMMER müde. Diese Erschöpfung ist sooo übermannend, dass ich zurzeit oft mit mir hadere... Ich bin 2x 100% Mutter, technisch gesehen, 78% berufstätig und - gehen wir von sehr emanzipierten Zuständen aus - 50% Haushaltshilfe. Nebenbei bin ich noch Dosenöffner und Dogwalker. Momentan bin ich, ziehen wir mal 6 von 24 Stunden für Schlaf ab, ca. 10% Ehefrau und max. 1-2% nur mal ich: meistens in der Badewanne oder beim Nähen, selten beim Lesen (da schlafe ich sofort ein) und nie beim Sport ;-)

  Ich liebe meine Kinder, ich liebe eigentlich alles in meinem Leben. Ich bin grundsätzlich ein eher zufriedener Mensch. Ich gehe gerne arbeiten, ich gehe gerne mit dem Hund spazieren und ich genieße die Zeit mit meinen Kindern und mit meinem Mann. Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie; ich mag sogar meine Stief- und meine Schwiegermama! Und ich gehöre zu den Menschen, die selbst Putzen noch eine gewisse Art der Befriedigung abgewinnen können. Doch alles gleichzeitig funktioniert irgendwie nicht...

  Meine Mutter hat mir vor einer Weile das Buch "Die Alles ist möglich-Lüge" geschenkt. Der Untertitel lautet "Wieso Familie und Beruf nicht vereinbar sind". Auch wenn man das in unserer modernen, schnelllebigen Welt eigentlich nicht wahr haben will, aber so ist es. Man kann beides kombinieren, aber das ist immer mit Abstrichen verbunden! In meinem Fall ist die Konsequenz daraus, dass ich ein Zombie bin und diese gruselige Rolle wohl auch noch eine Weile spielen werde.

  Aber ich bin ein fröhlicher Zombie, dessen Heilmittel in greifbarer Nähe liegt - und in der Zwischenzeit gibt´s viel starken Kaffee :-)

Montag, 16. Mai 2016

Die Mutter, die ich gerne wäre...

  Kein Mensch ist perfekt. Keine Mutter ist perfekt. Eigentlich geht es doch meist darum, so wenig wie möglich falsch zu machen. Dennoch versucht man andererseits doch fast immer, so viel wie möglich richtig zu machen. Wenn es nicht andere sind, die einem sagen, wie man es doch am besten machen sollte, so setzt man sich leider viel zu häufig selbst immens unter Druck. Bei den anderen sieht es so leicht aus, die bleiben immer ruhig, die regen sich nicht so schnell auf, deren Kinder können dies, sie selbst können das...

  Ich gehöre eher zu den Menschen, die sich selbst unter Druck setzen. Irgendwie hat doch jeder ein Bild von sich im Kopf, das man so gerne erfüllen würde. Gerade das Bild von mir als Mutter ist schon sehr konturenreich und ziemlich detailliert. Die Mutter, die ich gerne wäre bleibt immer ruhig, schreit nie, hat immer kreative Spielideen, kocht gerne, macht spielend leicht und nebenbei den Haushalt, bringt zu jedem Spielplatzdate geschnittenes Obst und eine Kanne Tee mit, hat neben Kinderdates auch erfüllende Hobbies und Abendaktivitäten, geht mit perfekt gestylten Haaren und schick gekleidet auf die Partys ihrer Freunde, geht mit Kindern im Jogger laufen, macht am Wochenende super Ausflüge, packt zwischen Abendessen zubereiten und dem Ölbad vorm Schlafengehen noch schnell das Auto (mit dem kompletten Hausrat) für den Kurztrip am verlängerten Wochenende, braucht keinen technischen Babysitter, vor dem sie die Kinder für ein paar Minuten Ruhe parkt, hat immer einen frisch gebackenen Kuchen im Haus... naja, die Liste lässt sich weiterführen ;-)

  Die Realität sieht aber anders aus: Ich habe, ehrlich gesagt, sehr schlechte Nerven, schreie, wenn ich nicht mehr kann, koche total ungern, backe zwar gern, habe dafür aber eigentlich nie Zeit, das Ölbad schaffe ich, muss aber aufpassen, dass ich nicht währenddessen einschlafe, ich sage jede Party ab, meine Haare sind nie gestylt, ich bin froh, wenn sie gewaschen sind, der Fernseher ersetzt oft meine Kreativität bei der Nachmittagsbeschäftigung der Kinder und wenn Besuch kommt, gibt es TK-Kuchen.

Sonntag, 1. Mai 2016

Selber essen will gelernt sein...!

  Meine süßen Schnullerbacken sind mit gut einem Jahr und 2,5 Jahren zwar schon noch klein, aber gerade beim Essen merke ich immer wieder, wie groß sie schon sind.


  Seit Kurzem kann ich doch tatsächlich gleichzeitig mit meinen Kindern auch selbst etwas essen. Die kleine Schnullerbacke isst jetzt nämlich auch schon alleine und muss nicht mehr gefütttert werden. DAS ist wirklich mal ein großartiger Meilenstein in der Entwicklung. Denn er ist, wie Laufen können oder Trocken sein, nicht nur eine Steigerung der Selbständigkeit für das Kind, sondern auch eine immense Erleichterung für die Eltern. Zum Glück kann sie wenigstens noch nicht alleine Laufen und unser Großer weigert sich weiterhin beständig, die Windel abzulegen - was hätten wir ohne Füttern, Festhalten und Wickeln denn als Eltern noch zu tun?!

  Beim Abendbrot ging das Alleine-Essen natürlich schon länger - Brotstücke mit den Händen reinschieben ist ja auch die leichteste Übung. Mittlerweile spießt sich die kleine Schnullerbacke aber auch mittags schon die Gemüstestücke selbst auf die Gabel und schaufelt sich morgens alleine den Milchbrei ins Schnütchen. Letzteres darf sie bisher allerdings nur am Wochenende, wenn ich danach genug Zeit habe, sie und mich nochmal umzuziehen und die Wohnung zu renovieren ;-)

  Die gesteigerte Selbständigkeit der Kleinen beim Essen hat eben nicht nur Vorteile. Während unsere Kleine gerade übt, mit Gabel oder Löffel erst das Essen aus der Schüssel zu fischen und danach mit dem Essen darauf auch noch den eigenen Mund zu treffen, hat der Große gerade das Messer für sich entdeckt... Da weist der Camembert dann diverse Krater und Ritzen auf (wobei das Daran-herum-Ritzen schon das eigentliche Ziel ist und nicht etwa eine Scheibe davon abzuschneiden), auf dem Brot finden sich Butterhügel, die dann genüsslich mit den Fingern wieder abgewischt und direkt in den Mund gesteckt werden - ohne Brot versteht sich - und die diversen Brotaufstriche lassen sich auch nur noch mit Mühe auseinander halten: "Marmeladen-Philadelphia-Butter" oder sowas?!

  Aber man soll ja immer den Moment genießen: das Zusammen-alleine-Essen in diesem Fall! Das Aufräumen, Fegen, Wischen und Waschen ist eben wieder ein anderer Moment...

  In diesem Sinne: An das Essen, fertig, los! Denn: Übung macht den Meister.

Sonntag, 13. März 2016

Elternzeit ade...

  Vor knapp zwei Woche war mein erster Arbeitstag nach der Elternzeit. Die letzte Zeit davor war irgendwie seltsam... Ich konnte mir gar nicht so richtig vorstellen, wie man in dem ohnehin schon vollen, durchgetakteten Alltag auch noch Arbeiten-Gehen unterbringen soll?! Ich stand dem ersten Arbeitstag eher skeptisch gegenüber, vorallem, weil er auch noch genau auf den 1. Geburtstag meiner kleinen Schnullerbacke fiel. Was für eine herzlose Mutter überreicht ihr kleines Geburtstagskind schon früh morgens den Großeltern um fast den gesamten Geburtstag im Büro zu sitzen? Um mir die Schuldgefühle etwas zu nehmen, war ich den Tag vor dem großen Tag also vollends damit beschäftigt Geburtstagskekse zu backen, Geschenke einzupacken und alles so zu organisieren, dass wir am Morgen und am Nachmittag schön feiern konnten. Als diagnostizierter Kontrollfreak fühlte ich mich damit dann sehr wohl und konnte auch einigermaßen gut schlafen. Und was soll ich sagen: Der erste Arbeitstag inklusive dem 1. Geburtstag war ein voller Erfolg. Alles lief wie am Schnürchen und es fühlte sich an, als wäre es nie anders gewesen. Es gab ein kleines Geburtstagsfrühstück mit Kerze und Keksen, was beide Schnullerbacken schon mal sehr glücklich stimmte. Sie ließen sich brav anziehen und brav abgeben und meine Kollegen empfingen mich mit netten Worten wieder im Büro. Die Zeit verging wie im Flug - viel schneller als 6 Stunden zuhause sonst so vergehen - und kaum hatte ich die Jacke ausgezogen, zog ich sie auch schon wieder an um meinen Großen aus der Krippe zu holen und bei den Großeltern noch ein wenig Klein-Schnullerbackes Geburtstag zu feiern.


  Leider klappte nicht jeder Tag bisher so easy wie der erste: An einem Tag hatte die Kleine Fieber (zum Glück nehmen die Großeltern, anders als eine Krippe, sie dann trotzdem), an einem anderen wollte meine große Schnullerbacke auf keinen Fall in der Krippe bleiben bzw. mich nicht gehen lassen, an noch einem anderen fiel der Große morgens die Treppe im Vorgarten runter, während ich gerade mit kleiner Schnullerbacke und 3 Taschen bepackt versuchte die Haustür abzuschließen und an wieder einem anderen Tag wollte die große Schnullerbacke seinen Kuschelhund definitiv zuhause lassen (!!!), nur um ihn dann 5 Minuten später unterwegs im Auto doch dringend wieder haben zu wollen (Merke: Kuschelhund IMMER mitnehmen!). Im Büro angekommen bin ich dann jedesmal froh, den morgendlichen Wahnsinn gemeistert zu haben. Allen einen freundlichen guten Morgen wünschen, PC hochfahren, Tee machen, hinsetzen und los gehts. Und zack, sind die 6 Stunden wieder rum - unglaublich!

  Ich genieße die Nachmittage mit den beiden Kleinen nun um so mehr - und die Wochenenden erst! Ich kann die Trotz- und Wutanfälle meiner zuckersüßen großen Schnullerbacke viel besser ertragen, seitdem ich nicht mehr den ganzen Tag schon eine engelsgleiche Minischnullerbacken-Klette an mir kleben habe. Darf man das als Mutter sagen? Ich bin nämlich echt froh, wieder arbeiten zu gehen und meine Kinder auch mal abzugeben. Ja, ich habe mich sehr bewusst für Kinder entschieden und ich liebe meine zwei Süßen von ganzem Herzen, aber ich könnte nicht über dieses eine Jahr Elternzeit hinaus nur Hausfrau und Mutter sein. Ich finde es wirklich erfrischend, mal von den Kinderthemen abschalten zu können, nicht ständig ein Auge auf das eine und ein anderes Auge auf das andere Kind haben zu müssen, meinen Kaffee warm zu trinken, alleine aufs Klo zu gehen und die (Büro-) Tür auch mal hinter mir zumachen zu können ;-)

Freitag, 19. Februar 2016

Doppelt hält besser!

   Wenn auch eher spät, so hat meine große Schnullerbacke nun doch seinen Sterntaler Hund "Henri" als ständigen Begleiter für sich entdeckt. Das erste Lebensjahr lag er noch unbeachtet neben ihm im Bett, im zweiten wurde er auf jeden Fall zum Schlafen benötigt und seit ein paar Monaten schleppt er ihn ständig und überall mit hin. Schon vor einer gaaanzen Weile, lange bevor er anfing ihn überall mit hin zu nehmen, wollte ich - als vorausschauende Mama - einen Ersatzhund besorgen. Das endete darin, dass ich zwar den gleichen Hund, aber leider in einer Nummer kleiner erstand. Dieser wurde zwar als zusätzlicher Hund zum Schlafen akzeptiert und dann irgendwann auch benötigt, kam aber an seinen großen Verwandten als Tröster nicht heran. Als es nun vor einiger Zeit ernst wurde und der Hund das erste Mal in der Krippe vergessen wurde, dort übernachten musste und hier schmerzlichst vermisst wurde, wollte ich nun doch endlich einen adäquaten Ersatz besorgen: den gleichen, in der gleichen Größe! Ich gab bei Amazon "Henri Kuscheltuch Hund" ein und mir wurde alles mögliche angezeigt, nur nicht der gesuchte Hund. Auch andere Suchbegriffe führten zu keinem Ergebnis... Also ging ich auf die Internetseite von Sterntaler, nur um mit Schreck festzustellen, dass die Serie "Herni" dort gar nicht mehr aufgeführt wird. WAAAAS? Wieso denn nicht? Ich schrieb Sterntaler an und fragte, ob der Hund "Henri" noch hergestellt wird - Nein, wird er nicht. WAAAS? Wieso denn nicht? Dann fragte ich, ob es möglich wäre, ihn noch irgendwie zu bekommen (Lagerbestände, Nachproduktion - ich griff nach jedem Strohhalm!) - Nein, über Sterntaler gibt es keine Möglichkeit, ihn noch zu bekommen. WAAAS? Wie furchtbar! Wie kann man Eltern denn nur sowas antun?! Und nun??? Jetzt wurde der Papa eingeschaltet. "Papa kann das! Papa ist ein großer Mann!" Genau, er konnte und fand "Henri"-Hund bei Ebay Kleinanzeigen. Wir konnten es nicht fassen: Für den Hund, der mal 17€ kostete, muss man nun 37€ hinblättern... Also zögerten wir zunächst. Doch als der Hund erneut eine Nacht in der Krippe schlafen musste und noch viiiiel schlimmer vermisst wurde als beim ersten Mal, drückten wir auf den "Bestellen"--Button. Was tut man nicht alles?! Nun sind wir für die diversen Ausflüge und Auswärtsübernachtungen vom Hund gewappnet ;-)


P.S.: Links ist der alte, rechts der neue Hund! Was ein paar Jahre Knuddeln und der ein oder andere Schleudergang doch ausmachen... Unser Großer bemerkt das beim heimlichen Austauschen (bisher hat er noch nie beide gleichzeitig gesehen) offensichtlich nicht?! Hauptsache er hat die gleiche Größe :-)

Mittwoch, 17. Februar 2016

Trail and error

   Ich finde es immer wieder faszinierend und bezaubernd zugleich, wie Kinder lernen. Einem Erwachsenen sagt man, wie etwas funktioniert, er macht es so, merkt, es geht und freut sich. Ein Kind nimmt sich einen Gegenstand und findet erstmal selbst heraus, was das ist und was man damit machen kann. Das ist ein unglaublich kreativer Prozess, der mich bereits so einige Male mehr als nur zum Schmunzeln gebracht hat. Manchmal lache ich mich kaputt, manchmal staune ich einfach nur. Wieso lernt man als Erwachsener nicht mehr so kreativ? Vermutlich kostet es einfach zu viel Zeit...?! Selbst wenn man einem Kind sagt, wie etwas geht, macht es dies garantiert erstmal genauso NICHT! Kinder lassen sich da gar nicht stressen, sie nehmen sich die Zeit und vergnügen sich dabei auch noch - da kann man noch viel von IHNEN lernen, finde ich :-)


  Heute hat meine kleine Schnullerbacke eine Höschenwindel im Wickeltisch gefunden und eine gefühlte Ewigkeit (also mindestens 10 Minuten - alleine beschäftigen zählt normalerweise nicht so zu ihren größten Stärken...) versucht herauszufinden, wozu dieses Ding denn eigentlich gut ist:
  Reinbeißen! Hm... Nicht so das Geschmackserlebnis! Versuchen ein Stück davon abzubeißen! Klappt nicht - was ist das nur für ein seltsames Material??? Papier kann man abbeißen, zerreißen UND essen ;-) Das hier kann man nicht abbeißen, nicht zerreißen und auch nicht essen... Vielleicht ist das ein Kleidungsstück? Also mal auf den Kopf setzen! Hm... Hält nicht (wobei auch eine echte Mütze nicht gehalten hätte - Anziehen ist mit knapp einem Jahr wohl auch noch etwas viel verlangt!). Egal, das wird jetzt einfach noch ein paar Mal probiert! Zwischendurch nochmal versuchen, ein Stück abzubeißen! Klappt immer noch nicht... Nochmal dran reißen! Lässt sich immer nocht nicht zerreißen... Mal dran riechen!!! Hm... Erstmal Schnuller rein und etwas abreagieren! Dann nochmal über den Kopf ziehen. Und nochmal. Und nochmal. So, Mama, gibts jetzt bald mal was zu Essen?!
  Eine Höschenwindel ist natürlich aus Kindersicht auch ein wirklich ziemlich sinnloser Gegenstand ;-) Ein tolles Trail-and-error-Erfolgserlebnis für meine kleine Maus war zum Beispiel, als sie es nach tage-/wochen-/monatelangem Rumspielen und Ausprobieren endlich schaffte, den Deckel wieder auf den Aventbecher zu stecken (Zudrehen klappt natürlich nocht nicht!). So wechseln sich Scheitern und Schaffen, Frust und Erfolg eben regelmäßig ab.

  Ich freue mich jetzt schon auf das nächste kreative Lernerlebnis mit meinen Kindern :-) Und vielleicht schaffe ich es auch, mir zur Abwechslung mal ein bisschen was von ihnen abzugucken und mir in Zukunft selbst mehr Zeit zum kreativen Lernen zu schaffen - oder zumindest meinen Kindern noch mehr Zeit dafür einzuräumen!!!