Ich finde es immer wieder faszinierend und bezaubernd zugleich, wie Kinder lernen. Einem Erwachsenen sagt man, wie etwas funktioniert, er macht es so, merkt, es geht und freut sich. Ein Kind nimmt sich einen Gegenstand und findet erstmal selbst heraus, was das ist und was man damit machen kann. Das ist ein unglaublich kreativer Prozess, der mich bereits so einige Male mehr als nur zum Schmunzeln gebracht hat. Manchmal lache ich mich kaputt, manchmal staune ich einfach nur. Wieso lernt man als Erwachsener nicht mehr so kreativ? Vermutlich kostet es einfach zu viel Zeit...?! Selbst wenn man einem Kind sagt, wie etwas geht, macht es dies garantiert erstmal genauso NICHT! Kinder lassen sich da gar nicht stressen, sie nehmen sich die Zeit und vergnügen sich dabei auch noch - da kann man noch viel von IHNEN lernen, finde ich :-)
Heute hat meine kleine Schnullerbacke eine Höschenwindel im Wickeltisch gefunden und eine gefühlte Ewigkeit (also mindestens 10 Minuten - alleine beschäftigen zählt normalerweise nicht so zu ihren größten Stärken...) versucht herauszufinden, wozu dieses Ding denn eigentlich gut ist:
Reinbeißen! Hm... Nicht so das Geschmackserlebnis! Versuchen ein Stück davon abzubeißen! Klappt nicht - was ist das nur für ein seltsames Material??? Papier kann man abbeißen, zerreißen UND essen ;-) Das hier kann man nicht abbeißen, nicht zerreißen und auch nicht essen... Vielleicht ist das ein Kleidungsstück? Also mal auf den Kopf setzen! Hm... Hält nicht (wobei auch eine echte Mütze nicht gehalten hätte - Anziehen ist mit knapp einem Jahr wohl auch noch etwas viel verlangt!). Egal, das wird jetzt einfach noch ein paar Mal probiert! Zwischendurch nochmal versuchen, ein Stück abzubeißen! Klappt immer noch nicht... Nochmal dran reißen! Lässt sich immer nocht nicht zerreißen... Mal dran riechen!!! Hm... Erstmal Schnuller rein und etwas abreagieren! Dann nochmal über den Kopf ziehen. Und nochmal. Und nochmal. So, Mama, gibts jetzt bald mal was zu Essen?!
Eine Höschenwindel ist natürlich aus Kindersicht auch ein wirklich ziemlich sinnloser Gegenstand ;-) Ein tolles Trail-and-error-Erfolgserlebnis für meine kleine Maus war zum Beispiel, als sie es nach tage-/wochen-/monatelangem Rumspielen und Ausprobieren endlich schaffte, den Deckel wieder auf den Aventbecher zu stecken (Zudrehen klappt natürlich nocht nicht!). So wechseln sich Scheitern und Schaffen, Frust und Erfolg eben regelmäßig ab.
Ich freue mich jetzt schon auf das nächste kreative Lernerlebnis mit meinen Kindern :-) Und vielleicht schaffe ich es auch, mir zur Abwechslung mal ein bisschen was von ihnen abzugucken und mir in Zukunft selbst mehr Zeit zum kreativen Lernen zu schaffen - oder zumindest meinen Kindern noch mehr Zeit dafür einzuräumen!!!

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