Donnerstag, 27. August 2015

Das bisschen Haushalt...

  Zurzeit habe ich das Gefühl, dass ich aus dem Putzen gar nicht mehr rauskomme... Ein Haus, drei Etagen, ein Keller, zwei Kinder, zwei Katzen, ein Hund und ein Ehemann - da kommt einiges zusammen!


  Mehr Platz hat viele Vorteile, aber den einen großen Haken, dass er auch mehr Raum zum Putzen lässt. Bin ich mit dem Staubsauger oben angekommen, könnte ich gleich schon wieder unten anfangen. Denn während ich mich fleißig vorarbeite, jagen sich die Katzen, schüttelt sich der immer-haarende Hund oder wütet ein Krümelmonster - nicht immer ist das eines der Kinder ;-)

  Zum Glück haben wir einen seeeehr pflegeleichten Holzoptik-Laminat-Boden, auf dem man Flecken so gut wie gar nicht sieht. So komme ich wenigstens ums Wischen meistens herum. Doch dafür haben wir gleich 3 Bäder, in jeder Etage eins: wie praktisch! Doch wie unpraktisch wenns ums Putzen geht... drei Klos, drei Waschbecken, eine Wanne, eine Dusche! Die Dusche im Gästeklo, was zum Wohn-/Essbereich gehört, haben wir immerhin "geschlossen" - wer soll da denn duschen?! Puh, eine Dusche weniger.

  Neben den Unmengen an Wäsche, die sich täglich ansammelt, finden sich außerdem auf allen Flächen bis auf eine Höhe von gut einem Meter, regelmäßig neue Schmiererein von Fingern, Zungen, Nasen, Füßen, Apfel-, Bananen-, Schokoladen- und sonstige Lebensmittelflecken. Da sind Kekskrümel wirklich noch der geringste Putzaufwand, denn auch wenn der Hund alles vollhaart, so fungiert er doch gleichzeitig auch als lebender Staubsauger, was Essensreste aller Art auf dem Boden angeht ;-)

  Ich weiß, dass Sauberkeit und Ordnung auch immer ein stückweit im Auge des Betrachters liegen. Ich bin da eher zwanghafter Natur - wie konnte ich mir da nur Langhaarkatzen, Hund und Kinder anschaffen??? Ich kann einfach nicht auf dem Sofa relaxen, wenn der Boden voller Haare ist und sich die Wäscheberge türmen.... Irgendwie muss ich da auch mal lernen Fünfe gerade sein zu lassen, denn was nützt einem das sauberste Haus der Welt, wenn man es nicht auch mal genießen kann?!

Mittwoch, 29. Juli 2015

"Für Groß und Klein": Das Seidentuch

  Seidentücher hat vielleicht nicht jeder im Haus. Ich jedenfalls hätte sie nicht im Haus gehabt. Aber meine Mutter, die eigentlich immer alles hat und davon meist zuviel, konnte mir da zum Glück aushelfen. Sie hatte zudem noch besonders schöne mit Motiven. Ansonsten kann man auch einfach diese einfarbigen Seitentücher nehmen, die man auch zum Jonglieren nimmt - zumindest hatte ich sowelche als Kind zum Jonglieren.

  Für Babys: Ähnlich wie der Puderpinsel kann auch das Seidentuch wunderbar für eine leichte Massage des Babys genutzt werden. Am schönsten ist es, wenn man das Baby bei warmen Temperaturen (im Winter dreht man halt die Heizung hoch!) nackt oder nur mit einer Windel bekleidet auf einen Teppich oder den Wickeltisch legt und dann sanft mit dem Tuch über den Babykörper streift: von der Stirn bis zu den Fußspitzen oder vom Hinterkopf bis zu den Fersen - je nachdem wie das Baby gerade liegt. Auf dem Rücken liegend wird es vermutlich - je nach Alter - anfangen nach dem Tuch zu greifen oder zu treten. Man kann das Tuch auch einfach von oben herab auf das Gesicht des Babys herabsegeln lassen. Dabei braucht man keine Angst haben, dass es darunter ersticken könnte. Natürlich ist es immer ratsam, das Baby nicht unbeaufsichtigt mit dem Tuch spielen zu lassen, aber durch diesen dünnen Stoff kann das Baby auch problemlos atmen! Meine Kleine schnappt sich das Tuch derzeit immer und sabbert es einmal komplett durch. Dann ist es erstmal vorbei mit dem Spiel, denn ein nasses Tuch lässt sich nicht so schön sanft über den Babykörper streichen...


  Für Kleinkinder: Mit den Seidentüchern kann man auch wunderbar "Kuck kuck" spielen. Man legt sich das Tuch auf den Kopf, zieht es runter und ruft "Kuck kuck". Fand mein Sohn so mit nem guten Jahr super! Das konnte er eeeeeeewig spielen... Irgendwann hat er sich selbst ein Tuch geschnappt und sich auf den Kopf gelegt. Das erfordert schon einiges an motorischer Geschicklichkeit: Das Tuch auseinander zu falten und so auf den Kopf und über die Augen zu legen, dass es auch wirklich hält. Mittlerweile haben wir das Spielchen ausgeweitet, indem wir uns das Tuch selbst vom Kopf pusten. Mit fast 2 ist nur "Kuck kuck" doch etwas langweilig. Das Runterpusten ist jedoch selbst für Erwachsene nicht so einfach, mein Mann musste etwas üben ;-) Auch das Spiel endet dann meist mit einem ziemlich durchnässten Tuch, da die Kleinen doch oft noch mit sehr viel Spucke pusten. Aber Seidentücher trocknen ja zum Glück auch recht schnell wieder und dann kann´s weitergehen!

Viel Spaß beim Spielen!

Montag, 13. Juli 2015

Der perfekte Stift

  Malen mit den ganz Kleinen ist so eine Sache... Meist landet der Großteil der Farbe nicht auf dem dafür vorgesehen Papier. Auch nicht dann, wenn das Papier wirklich groß ist! Auch nicht, wenn das Papier eine Packpapierrolle ist, die einmal über den Küchentisch gerollt wurde! Da ist es gut, Farben zu benutzen, die leicht von den nicht für sie vorgesehen Gegenständen wieder abgehen. Aber sie sollten auch - zumindest rein theoretisch - zum Verspeisen geeignet sein. Wir haben mit Tusche angefangen, denn ich dachte: Ist ja wasserlöslich. Ob Tusche wirklich unbedenklich für kleine Kindermägen ist, war mir nicht so ganz klar?! Aber mit so nem Pinsel malen setzt auch schon eine gewisse Feinmotorik voraus und die ließ unsere Schnullerbacke zunächst vermissen. Mit einem ziemlich harten Borstenpinsel ging es dann aber einigermaßen. Allerdings musste ich ständig den Pinsel mit neuer Farbe bedecken und dabei darauf achten, dass mehr Farbe als Wasser drauf ist - das nervte auch irgendwie... Also wandelte ich durch die diversen Geschäfte, von Spielzeuggeschäften bis Spezialbastelläden. Schließlich wurde ich bei einer Buchhandlung fündig.


  Diese Stifte sind wohl schon für die Allerkleinsten geeignet, denn die Farbe ist völlig unbedenklich (sagt die Verkäuferin). Außerdem kann man mit diesen Stiften sogar auf der Haut malen, die Kinder also schminken - zum Beispiel Teufelshörner auf die Stirn malen oder auch nur nen Punkt auf die Nase oder, für die fortgeschritteneren Schminker unter uns, Tiergesichter oder ähnliches. Natürlich kann man mit ihnen auch ganz normal auf Papier malen und, wenn man mag, sogar danach noch mit dem feuchten Pinsel drüber gehen und das Kunstwerk verfeinern. Die Stifte liegen super in kleinen Kinderhänden und malen auch schon mit wenig Druck saftige Farben aufs Papier - so ist das Erfolgserlebnis riesig! Besonders praktisch: man kann die Farbe quasi von allen Gegenständen wieder abwischen! Also das haben wir jetzt allerdings, ehrlich gesagt, noch nicht im vollen Umfang aller Möglichkeiten getestet, worüber ich auch ganz froh bin. Ich habe nämlich noch einen zusätzlichen "Schutz" eingebaut: den Hochstuhl! Bei uns wird eigentlich nur im Hochstuhl gemalt. So sind zumindest die Wände vor den Stiften sicher.


  Wie man sieht malen wir meistens zusammen. Zurzeit läuft es so ab, dass Picasso sich die Farbe aussucht und den Stift dann einem von uns mit dem Kommentar "Da malen!" reicht. Er wischt dann mit einem andersfarbigen Stift nochmal drüber! Scheinbar ist er mit uns noch nicht ganz zufrieden?! Aber wir üben weiter.

Freitag, 10. Juli 2015

Das Löffeldrama!

  Man muss vorweg nehmen: Er ist krank. Aber das entschuldigt auch nicht alles...


  Gestern morgen hatten wir ein riiiesiges Drama - wegen ein paar Löffeln! Seit einiger Zeit weiß unser Großer, in welcher Küchenschublade sich das Besteck befindet. Als fürsorgliche Mutter habe ich natürlich die scharfen Messer außerhalb seiner Reichweite platziert und in möglicherweise erreichbaren Fächern eher seine Plastik- und andere Löffel deponiert. Ihm reichte es dann aber nicht mehr, EINEN Löffel heraus zu nehmen, auch ZWEI waren noch zu wenig: er wollte ALLE! Da er sie aber alle ansabbert und ich sie - da er eben gerade auch noch krank ist - danach alle in die Spülmaschine stecken muss, sagte ich ihm, dass er an diese Schublade nicht mehr herangehen soll. Er bekommt einen Löffel und die anderen bleiben da drin!!! Da ging das Geschrei los und es wurde immer, immer schlimmer... Es half kein gutes Zureden, es half kein Verständnis, es half kein Kuscheln, auch der Schnuller half nicht viel und Ablenkung in Form anderer, sonst sehr attraktiver Spielsachen war auch keine Lösung. Ich verzweifelte, wollte aber auch nicht nachgeben. Man kann es sich ja manchmal auch selbst schwer machen, aber ich vertrete da die Meinung, dass Inkonsequenzen bei Kleinigkeiten nur dazu führen, dass zukünftig auch bei wesentlicheren Dingen ewig rumdiskutiert werden muss. Also blieb ich dabei: die Löffel bleiben in der Schublade, einen hat er ja - den wollte er dann im übrigen nicht mal... Da das Geschrei nur immer lauter wurde und sich langsam in die höheren Tonlagen verlagerte, brauchte ich einen Schnitt. Also brachte ich ihn auf sein Zimmer. Einige Male hattte das schon sehr gut geholfen, sodass er, als ich ein paar Minuten später wieder rein kam, spielend auf dem Boden saß und sich freute. Aber dieses Mal nicht! Er schrie und schrie und schrie... ABER: Als ich dann nach ein paar Minuten wieder zu ihm reinging, hörte er mir immerhin wieder zu und beruhigte sich. Plötzlich war er wie ausgewechselt. Er hatte die Löffel zwar noch nicht vergessen, denn als wir wieder in der Küche waren, zeigte er sofort wieder auf die Schublade und sagte"Löffel!", aber er weinte nicht wieder als ich es weiterhin nicht erlaubte und ließ sich mit einem Puzzle ablenken - Halleluja!!!

Mittwoch, 8. Juli 2015

Watt a day!

  War es jemals so heiß wie am vergangenen Samstag? Fast 40 Grad im Schatten... Da man schon bei geringeren Temperaturen in der Stadt kaum noch atmen kann, fuhren wir ans Meer - ans Wattenmeer um genau zu sein!

  Unser Sohn war das erste Mal in seinem Leben im Watt. Stellt euch mal vor, ihr liebt Wasser und ihr liebt Sand und dann seid ihr im Watt! Genau, sooo toll fand er das. Quasi das Paradies auf Erden für unsere kleine Schnullerbacke. Er wollte gar nicht wieder raus. Da es aber wirklich heiß und überall am Meer komplett schattenlos war, machte ich mir nach einer Weile schon Sorgen um seine Haut. Natürlich hatte ich ihn vorher eingecremt, mit dieser 50er-Kinder-Sonnencreme, die man selbst mit der besten Seife der Welt nicht wieder abbekommt. Dennoch cremte ich noch mindestens 3x nach. Außerdem ließ ich ihm ein Leinenhemdchen an, was neben dem zusätzlichen Sonnenschutz auch noch den Vorteil hatte, dass es ständig nass wurde und so zusätzlich etwas abkühlte. Dazu der Sonnenhut mit Nackenschutz - eigentlich durfte da nichts schief gehen?! Er behielt auch tatsächlich seine vornehme Blässe, wohingegen ich mir den Sonnenbrand meines Lebens abholte! Irgendwie bleibt man bei zwei so Kleinen doch manchmal auf der Strecke...


  Ich finde es immer wieder so schön zu sehen, wie wohl Kinder sich in der Natur fühlen. Wie befreit, wie entfesselt. Von ihr lernen sie auch so viel: zum Beispiel wie Steine und Muscheln im matschigen Watt versinken und dort, wo das Watt trockener ist nicht. Und es ist ja nunmal so, dass die eigenen Erfahrungen Kindern soviel mehr beibringen als das, was die Großen ihnen nur erzählen.

  Unsere Kleine durfte noch nicht ins Watt, dafür durfte sie den ganzen Tag nackt im Schatten verbringen. Bei den Temperaturen war ja selbst ne Windel schon zu warm - besonders diese Badewindeln! Die sind für solche Temperaturen und auch in Verbindung mit Sand eher ungeeignet. Die sitzen so eng, dass die Kinder darunter viel zu doll schwitzen und der Sand rubbelt dann die ganze Haut auf. Dann doch lieber nackt! Wir hatten doch früher auch keine Badewindeln an, oder?! Fürs Schwimmbad kann man sie ja benutzen, da gibts sonst vielleicht ne größere Sauerei...

  Ein Tag am Meer ist jedenfalls wie ne Woche Urlaub. Selbst mit zwei Kindern - und vorallem wenn die Großeltern dabei sind und sich kümmern ;-)

Donnerstag, 18. Juni 2015

"Warum knebelt ihr das arme Kind?"

  Das fragte mich meine Schwiegermama recht schockiert als ich ihr ein Bild von unserer schlafenden Schnullerbacke schickte.

  Wir pucken unsere Kleine! Das haben wir schon bei unserem Großen ab und zu gemacht und nur gute Erfahrungen gesammelt. Das Pucken hat ihn immer schnell beruhigt und so konnte er sich entspannen und gut schlafen. Bei unserer Kleinen haben wir sehr früh damit begonnen, denn sie ist von Geburt an eine totale Strampelliese - schon im Bauch machte sie die wildesten Turnübungen, selbst als es zum Schluß eng wurde! Auf dem Rücken liegend konnte sie nie wirklich tief einschlafen, denn immer wenn sie mal wegdöste, setzte der sogenannte Moro-Reflex ein: Die Arme schoßen blitzartig nach oben und sie war wieder wach... Ich fing damit an, sie tagsüber zum Schlafen auf den Bauch zu legen. So kann sie stundenlang richtig tief schlafen. Nachts wollte ich sie allerdings nicht so gerne auf den Bauch legen und pucke sie daher lieber. Sie schläft so unglaublich schnell ein und mit gut 3 Monaten mittlerweile sogar schon durch (also von 21 Uhr bis 5 Uhr - aber immerhin!).

 Unsere "geknebelte" Tochter!

  Das sieht auf den ersten Blick vielleicht wirklich etwas brutal aus, aber eigentlich kann sie bis auf ihre Arme alles bewegen. Sie kann mit den Beinchen strampelt, die Beine anziehen, den Kopf hin und her drehen - und mehr kann sie eh noch nicht. Langsam fängt sie an, sich auf die Seite zu drehen, das kann sie gepuckt natürlich nicht - noch nicht! Ich denke spätestens, wenn sie das kann, muss ich aufhören sie nachts zu pucken. Unseren Großen haben wir immer noch mit ganz normalen Decken, Molton- oder Mulltüchern gepuckt. Für unsere Kleine haben wir richtige Pucksäcke - selbstgemacht von meiner Schwägerin. Die sind super! Ich habe noch nie einen gekauften mit Klett ausprobiert, habe aber gehört, dass die meisten Kinder ihre Ärmchen da befreien können. Ich knote um den Pucksack immer noch ein zusammengerolltes Mulltuch drum. Ich achte immer drauf, dass das Tuch oberhalb der Ellbogen verläuft, denn so kann sie sogar auch ihre Unterarme noch recht gut bewegen und z.B. die Finger zusammenführen.

  Wir haben letzte Woche mal den Versuch gestartet, sie für die Nacht in einen Schlafsack zu packen anstatt sie zu pucken. Wir waren irgendwie unsicher, wie lange man das mit dem Pucken machen sollte und im Internet findet man ja die verschiedensten Ansichten zum Pucken - auch viele negative... Also dachten wir uns: Einen Versuch ist es wert! Das war die absolute Horrornacht: Gefühlt alle 10 Minuten wachte sie auf, schmiss sich unruhig hin und her und weinte dann und ich gab ihr immer wieder den Schnuller. Am nächsten Tag war nicht nur ich total gerädert, sie selbst war es auch. Da war mir klar, dass erstmal weiter gepuckt wird. Die Leiterin unseres Delfikurses meinte dann auch, dass Pucken total gut sei und wir das ruhig weiterhin machen sollen. Das Pucken gäbe den Kleinen Sicherheit, da sie eine Grenze spüren und sich daran orientieren können - ein bisschen wie im Mutterleib. Wir würden schon merken, wann wir auf nen Schlafsack umsteigen könnten. Also warten wir es mal ab.

  Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, dass sie durch das Pucken motorisch eingeschränkt wird. Tagsüber ist sie ja nicht gepuckt und ihre Motorikübungen macht sie in erster Linie wenn sie wach ist. Ich würde jedenfalls jedem mit einem etwas unruhigeren Baby bzw. allen mit schwierigen Nächten raten, das Pucken mal auszuprobieren!

Mittwoch, 17. Juni 2015

MEINER!!!

  Unser Großer hat vor einigen Wochen herausgefunden, dass er ein eigenes Ich hat. Das macht sich vorallem dadurch bemerkbar, dass er ständig und zu allem "meiner" sagt: "Meiner Ball", "Meiner Eis", alles "meiner". Er wird dann manchmal richtig sauer und schreit mit weinerlicher Stimmer "MEINER!". Heute hing sein Schnuller mit der Schnullerkette zwischen Tisch und Hochstuhl fest und er zog so fest er konnte und sagte ganz vorwurfsvoll zum Tisch: "Meiner!" Mein Mann und ich guckten uns an und prusteten dann beide los vor Lachen. Manchmal kann man in solchen Momenten einfach nicht ernst bleiben. Natürlich ist das für den kleinen Mann eine ganz ernste Angelegenheit, denn der Schnuller gehört doch ihm und weder Papa noch dem Tisch!


  Dann widerum gibt es andere Situationen, in denen die "Meiner"-Phase ziemlich schlimm und gar nicht mehr zum Lachen ist. So war es beispielsweise vor einigen Wochen als seine Cousine mit ihren Eltern zu Besuch war und er all sein Spielzeug vor ihr in Sicherheit bringen musste. Es war ja alles seins... Er war regelrecht gestresst, versuchte aufgeregt beide Rutscheautos gleichzeitig in Beschlag zu nehmen und parallel zig andere Dinge unterm Arm davon zu schleppen. Er schrie und weinte und war ganz verzweifelt. Was macht man denn da? Ich brachte erstmal das umkämpfte Spielzeug außer Reichweite und stellte beide Rutscheautos nach draußen. Doch das änderte nichts daran, dass auch das ganze restliche Spielzeug verteidigt werden musste. Da er für Erklärungen und Argumente in diesem Moment überhaupt nicht zugänglich war, musste ich härtere Geschütze auffahren. Ich versuchte ihn abzulenken und zu beruhigen, indem ich kurz mit ihm den Raum verließ. Aber als wir wieder kamen, ging das Drama von vorne los... Dann sagte ich ihm, dass er in sein Zimmer müsse, wenn er sich nicht beruhigt und da er das nicht tat, brachte ich ihn in sein Zimmer. Ne halbe Minute später holte ich ihn schon wieder raus und fragte ihn, ob er jetzt vernünftig mit seiner Cousine spielen würde und er nickte. Aber es wurde einfach nichts mehr. Also packten wir die Kinder ein und gingen spazieren - endlich konnten beide in ihren Buggys entspannen. Und auch wir Eltern konnten uns wieder entspannen! Ich fand diese Situation ganz furchtbar, denn einerseits tat mir mein Sohn sehr leid, andererseits war ich auch unglaublich genervt... Ich kannte so ein Verhalten überhaupt nicht von ihm, aber er war ja scheinbar selbst ganz überrumpelt von seinen Gefühlen?! Dabei als Mutter ruhig zu bleiben, ist schon eine unglaubliche Herausforderung. Zum Glück ist es in dieser extremen Form bisher nicht wieder vorgekommen.